Flohbefall und Flohbekämpfung

Flöhe gehören zu den ältesten und erfolgreichsten Tierarten der Erde. Sie ernähren sich vom Blut aller Säugetiere, so daß ein Hunde- oder Katzenfloh nicht nur „seine“ Tierart befällt, sondern auch einmal beim Menschen „probiert“. Eine Flohbekämpfung ist immer auch eine Gesundheitsvorsorge, da Flöhe beim Stechen Krankheiten übertragen können.

Ein Flohweibchen legt jeden Tag etwa 50 Eier, die aus dem Fell des Tieres dorthin fallen, wo sich Ihr Liebling gerne aufhält: in der Wohnung, im Auto oder im Garten. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Larven, die sich ein sicheres Plätzchen tief im Teppich, in Dielenritzen oder unter den Fußleisten suchen, um sich dort nach einigen Häutungen zu verpuppen. Zwischen 6 - 12 Monaten (!!) können diese Puppen überleben, ehe sie als Flöhe schlüpfen müssen. Sie warten auf einen warmen Moment, wie den Frühlingsbeginn oder Spätsommer, sehr beliebt ist aber auch der Beginn der Heizperiode im Winter. Dann schlüpfen sehr viele Flöhe auf einmal und fallen über warmblütige Tiere und Menschen her.

Wie erkennt man nun frühzeitig den Flohbefall eines Tieres ? Mit einem feinen Flohkamm kann man nicht nur mit etwas Glück einen Floh finden, aus dem Fell läßt sich auch Flohkot auskämmen. Dieser sieht aus wie kleine schwarze Krümel. Da die Flöhe jedoch Blut saugen und den roten Blutfarbstoff nicht verdauen, löst letzterer sich bei der Zugabe von Wasser aus dem Kot: auf einem weißen Blatt Küchenkrepp verfärbt sich das Umfeld des schwarzen Krümels rostrot bis braun. Schon das Vorhandensein des Flohkots ist ein Beweis für einen Flohbefall, denn ohne Floh kein Kot !

Wenn Sie den Flohbefall festgestellt haben ist natürlich die Frage, wie man die Plagegeister möglichst effizient und unschädlich wieder los wird. Viele nicht verschreibungspflichtige Halsbänder, Sprays, Puder oder Shampoos töten die Flöhe nicht hinreichend ab. Auch Knoblauch ist gegen Parasiten nicht wirksam ! Präparate, die Flöhe abtötende Substanzen enthalten, sind rezeptpflichtig und daher nicht im freien Handel erhältlich !

Eine einfache Methode ist die Auftragung sogenannter „spot-on“-Präparate im Nackenbereich des Tieres auf die Haut. Die Substanzen wandern innerhalb von 2 Stunden in die Haut Ihres Lieblings ein, sind dann nicht abstreichel- oder auswaschbar und wirken nach der Auftragung 4 Wochen lang gegen die blutsaugenden, erwachsenen Flöhe. Einige Präparate haben außerdem eine Wirkung gegen Zecken. Die „spot-on“-Ampullen sind z.T. auch für Welpen einsetzbar.

Ein für alle Altersstufen verwendbares Spray für Hunde und Katzen wirkt ebenfalls 4 Wochen lang gegen Flöhe und Zecken, da der Wirkstoff in den fettreichen Hautschichten gespeichert wird.

Außerdem gibt es Halsbänder, die gegen Ektoparasiten wirken. Einige vertreiben sogar Mücken, was in Urlaubsländern hilfreich sein kann, in denen die Mücken bei uns gar nicht vorkommende Krankheiten wie die Leishmaniose übertragen können.

All diese Anti-Flohpräparate töten geschlüpfte Flöhe ab, sobald sie auf Ihr Tier springen und über die Haut laufen. Eine andere Methode der Flohbekämpfung und –vorbeugung besteht darin, Flöhe unfruchtbar zu machen.

Es gibt unterschiedliche Präparate, die man entweder monatlich zufüttern kann oder alle drei Monate im „spot-on“-Verfahren aufträgt. Für Katzen ist außerdem eine halbjährlich zu erfolgende Injektion möglich. Der große Vorteil dieser Verfahren liegt in ihrer Ungiftigkeit. Problematisch ist der Einsatz nur bei einer bereits vorhandenen Flohinvasion, da die Flöhe ja nicht abgetötet werden. Nur die Larven behandelter Flöhe können sich nicht zu Puppen entwickeln, da sie keinen schützenden Chitinpanzer mehr ausbilden können. Die Flöhe selbst leben ihr etwa dreiwöchiges Leben und saugen während dieser Zeit auch Blut.

Für die Behandlung der Umgebung, in der sich die Flohpuppen aufhalten, eignen sich eigentlich nur Präparate, die recht giftig sind. Wenn der Mensch bereits Flohstiche erleidet, ist es aber an der Zeit, solche Gifte nach Beratung mit der Tierarztpraxis einzusetzen. Dabei sollten Schwangere immer auf den Gebrauch verzichten, und auch in Haushalten mit Kindern ist Vorsicht angeraten. Für Fische, Reptilien und Vögel kann eine solche Umgebungsbehandlung tödlich enden ! Daher ist einer regelmäßigen Behandlung des Tieres, die die Flohinvasion seiner Umgebung, also des Haushalts verhindert, die ungefährlichste und effizienteste Bekämpfungs- und vorsorgemaßnahme. Auf jeden Fall sollte die verflohte Umgebung gründlichst gesaugt werden. Da die Flöhe auch aus dem Staubsaugerbeutel krabbeln, muß er nach dem Saugen sofort in den Müll nach draußen verbracht werden !

Einige Hunde und Katzen reagieren auf Flohstiche allergisch. Sie leiden dann an Hautausschlägen, nässenden Ekzemen und fürchterlichem Juckreiz. Diese Tiere sollten das ganze Jahr über mit einem Präparat behandelt werden, das die Flöhe abtötet. Möglichst, bevor sie stechen können, da die Allergie durch den Flohspeichel ausgelöst wird. Auf diese Weise erleichtert man den Allergikern erheblich das Leben.

Als letzes sei darauf hingewiesen, daß Flöhe Bandwürmer übertragen. Ein von Flöhen befallenes Tier wird beim Beknabbern der juckenden Hautstellen immer auch einige Parasiten schlucken, so daß bei jedem Flohbefall auch eine Behandlung gegen Bandwürmer erfolgen sollte.